(Anmerkung: Das besprochene Spiel wurde von einigen Leuten entwickelt, die bis vor kurzem die gleiche Schule besuchten wie ich. Wer bei mir deshalb nun also Voreingenommenheit vermutet, sei hiermit vorgewarnt.)

Wie kommt man auf geniale Ideen? Das frage ich mich häufiger, denn bei mir scheint es einfach nicht zu klappen. Aber solange das anderen nicht genauso geht, kann ich mich ja immerhin an den Früchten ihrer Kreativität erfreuen.

So wie bei Blake White. Auf den ersten Blick kommt das ganze vielleicht lediglich als der Farben beraubtes Jump & Run daher – der Clou ist jedoch, dass man die ‘Farben’ der Welt und der eigenen Spielfigur verändern und so Einfluss auf die Spielwelt nehmen kann.

Aber worum geht es in Blake White? Vor Spielbeginn wird die titelgebende Hauptfigur in die fiktive – und nebenbei auch noch reichlich fiese – Spielkonsole “Nemesis” gesogen, um dort erstmal dieser zur Unterhaltung zu dienen anstatt umgekehrt. Dass sich dabei die Darstellung des gesamten Spiels nur auf die Farben Schwarz und Weiß beschränkt, habe ich bereits erwähnt. Pikantes Detail: Sobald Blake die gleiche ‘Farbe’ wie ein Objekt hat, kann er einfach durch es hindurchaufen (oder auch -fallen). Durch Schalter kann (und muss) zusätzlich die Umgebungsfarbe gewechselt werden, wodurch Gegenstände auftauchen und wieder verschwinden (schwarze Objekte sind nur auf weißem Hintergrund sichtbar usw.) sowie unterschiedliche Mechanismen ausgelöst werden.

Das Spiel besteht dabei hauptsächlich aus dem Meistern von Sprungpassagen und dem Lösen von Rätseln. Hin und wieder hindern einen auch Gegner am Weiterkommen, denen man – je nach Situation – entweder durch Geschick oder Gerissenheit versuchen muss, zu entgehen. Denn bei Berührung muss Blake direkt am letzten Checkpoint erneut starten; Lebenspunkte oder dergleichen gibt es nicht. Die Checkpoints sind dabei allerdings so fair gesetzt, dass eigentlich nie Frust aufkommt.

Nicht unerwähnt bleiben sollte hier auch noch mal der Humor des Spiels: Wie erähnt, befindet man sich in Nemesis, die einen kurzerhand zu ihrem Spielzeug erklärt hat – und bekommt dies durchaus auch zu spüren. Mehr sei dazu an dieser Stelle jedoch nicht verraten, sonst geht der Spaß am eigenen Entdecken womöglich noch verloren. Und das wäre in diesem Fall wirklich eine Schande.

Zu meckern habe ich aber natürlich auch noch was: Blake ist nicht ganz flüssig animiert und könnte meines Erachtens etwas graziler sein, auch seine Bewegungen sind mitunter recht schwerfällig (Zitat eines Entwicklers: “Es ist kein Action-Spiel.”).

Besonders bei einer kniffligen Sprungpassage war ich für die optionale Unterstützung des X-Box 360 Controllers übrigens sehr dankbar; als Nicht-Tastaturakrobat dürfte ich mit der Standard-Steuerung wohl so meine Probleme gehabt haben. Ansonsten ist das Spiel relativ kurz und müsste wohl in einer halben bis einer Stunde durchzuspielen sein.

Mehr Worte möchte ich zu Blake White an dieser Stelle nun aber nicht mehr verlieren. Also: Los, spielen!

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